Vorerst dürfen keine Häftlinge aus dem Internierungslager in die USA: Für eine entsprechende Vorlage des republikanischen Abgeordneten Harold Rogers votierten 258 Abgeordnete. Die entsprechende Passage in einem Gesetzentwurf für den Haushalt des Heimatschutzministeriums unterstützten Demokraten wie Republikaner.

Sollte auch der Senat der Maßnahme zustimmen, wäre es für Obama nahezu unmöglich, eines seiner zentralen außenpolitischen Wahlversprechen zu erfüllen. Der Präsident hatte zugesichert, das von Menschenrechtlern heftig kritisierte Gefangenenlager auf Kuba bis Januar 2010 zu schließen. Die amerikanische Regierung will dazu einige der Insassen in Gefängnisse in den USA verlegen. Einer Umfrage im Juni zufolge lehnt eine Mehrheit der Amerikaner die Schließung ab.

Neuesten Angaben zufolge sitzt noch immer der Großteil der einst über 240 Terrorverdächtigen in Guantánamo ein, die meisten ohne Anklage. Medienberichten zufolge soll die US-Regierung für 90 Gefangene mit anderen Staaten Aufnahmevereinbarungen getroffen haben, 17 von ihnen sind demnach bereits im Ausland untergebracht.

40 weitere Gefangene sollen sich vor zivilen oder militärischen Gerichte in den USA verantworten. Anschließend ist eine Unterbringung in US-Gefängnissen vorgesehen. Für zahlreiche weitere Insassen steht eine Lösung aus. Bisher hatten sich mehrere arabische Länder wie etwa Jemen, Saudi-Arabien, Syrien und Ägypten zur Aufnahme bereit erklärt. Auch Deutschland erhielt bereits entsprechende Anfragen aus den USA. Bislang hat sich die Bundesregierung noch nicht definitiv dazu geäußert, ob sie Häftlinge aufnimmt oder nicht.