Putschistenführer Roberto Micheletti gab am Donnerstagabend dem internationalen Druck nach und erklärte sich bereit, dem gestürzten Staatschef die Rückkehr ins Amt zu erlauben. Er habe seinem Verhandlungsteam die Befugnis gegeben, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die das Ende der Krise einleiten könne, sagte Micheletti. Zelaya sprach von "einem Triumph für die Demokratie in Honduras". "Wir sind zufriedengestellt. Wir sind optimistisch, dass meine Wiedereinsetzung unmittelbar bevorsteht".

Nach Angaben Michelettis könnte der Ex-Präsident nach einer vom Obersten Gerichtshof des Landes genehmigten Abstimmung im Kongress in den Präsidentenpalast zurückkehren. Gemäß der Übereinkunft verpflichten sich beide Seiten dazu, das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 29. November anzuerkennen. Zudem soll die Kontrolle über die Armee an das oberste Wahlgericht übertragen werden. Eine Untersuchungskommission soll ferner die Ereignisse der vergangenen Monate beleuchten.

Micheletti kündigte an, sich bei ausländischen Regierungen um eine Aufhebung der Sanktionen zu bemühen. So hatte etwa die EU-Kommission im Juli aus Protest gegen den Sturz Zelayas beschlossen, die Entwicklungshilfe für das mittelamerikanische Land einzustellen.

Zuletzt hatten sich hochrangige US-Vermittler um eine Beilegung des seit Monaten anhaltenden Konflikts bemüht. Der Ende Juni gestürzte Zelaya hatte gefordert, seine bis Januar gehende Amtszeit regulär zu beenden. Falls er nicht wieder ins Amt komme, werde die Wahl am 29. November nicht rechtmäßig sein.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Ihm wird von seinen Gegnern vorgeworfen, die Verfassung gebrochen und einen Verbleib im Präsidentenamt angestrebt zu haben, was nach der derzeitigen Gesetzeslage verboten ist. Vor einigen Wochen war Zelaya heimlich nach Honduras zurückgekehrt und hatte in der brasilianischen Botschaft Zuflucht gefunden. Seitdem waren mehrere Verhandlungsansätze gescheitert.