Bei einem Massaker an Anhängern eines Gouverneurskandidaten sind im Süden der Philippinen nach Polizeiangaben mindestens 39 Menschen getötet worden. Die Gruppe wollte einen Bewerber für die Gouverneurswahl in der Provinz Maguindanao im kommenden Mai anmelden und wurde dabei am Montag entführt.

Die Menschen wurden später erschossen oder erschlagen und notdürftig begraben an einem abgelegenen Abhang nahe einer Schnellstraße gefunden. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verhängte am Dienstag den Notstand über die Region.

Außerdem hat die Regierung am Dienstag Hunderte zusätzliche Sicherheitskräfte in den Süden des Landes geschickt. "Wir haben ein Bataillon mit 500 Soldaten in die Provinz Maguindanao verlegt, um die Täter aufzuspüren", sagte ein Armeesprecher. Sie sollten zudem sicherstellen, dass es keine Racheakte gibt. Der Polizeichef der Provinz ist seines Amtes enthoben worden, weil er an dem Massaker beteiligt gewesen sein soll.

Der Hintergrund der Tat ist offenbar eine Familienfehde um politische Ämter. Mehr als 100 Bewaffnete hatten einen Autokonvoi mit Angehörigen und Sympathisanten des Mangudadatu-Clans überfallen, als sie einen Angehörigen für die Gouverneurswahlen anmelden wollten. Verdächtigt werden nach Angaben des Militärs Angehörige des Ampatuan-Clans, deren Patriarch das Amt zurzeit inne hat.

Mindestens fünf Menschen würden noch vermisst, sagte der philippinische Polizeichef Jesus Verzosa. Einigen der getöteten Männer waren die Hände auf dem Rücken gefesselt, wie ein Reuters-Fotograf berichtete. Auch eine schwangere Frau war unter den Opfern, außerdem acht Lokaljournalisten.

Ebenfalls getötet wurde nach Angaben von Militärvertretern die Frau des Gouverneursbewerbers Esmael Mangudadatu, dessen Kandidatur die Gruppe anmelden wollte. Mangudadatu sagte im Radio, vier Menschen seien dem Massaker entkommen und befänden sich nun in seiner Obhut. Mit seiner Kandidatur will er gegen den bislang dreimal ohne Konkurrenten gewählten Amtsinhaber auf dem Gouverneursposten antreten.