Mit dem Rücktritt Roberto Michelettis und seiner Minister soll der Weg für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung freigemacht werden. Dies sieht der Vermittlungsplan des costa-ricanischen Präsidenten Präsidenten Óscar Arias vor, dem die Konfliktparteien Ende vergangener Woche nach langen Verhandlungen zugestimmt hatten.

Doch der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya erklärte die Aussöhnung zwischen den Konfliktparteien seines Landes am Freitag für gescheitert. Einer seiner Repräsentanten verlas eine Erklärung, der zufolge Zelaya kritisierte, dass er nicht wie gefordert bis zum Donnerstagabend wieder ins Präsidentenamt eingesetzt worden sei.

 

 
Für die Micheletti-Regierung war die Bildung einer neuen Regierung der nationalen Einheit nicht an die Bedingung geknüpft, dass Zelaya zuvor in das Präsidentenamt zurückkehrt. Diese Entscheidung wollte sie dem Kongress überlassen.

Die Staatskrise in Honduras war am 28. Juni durch den Sturz Zelayas ausgelöst worden. Die seitdem amtierende Übergangsregierung, die international keine Anerkennung fand, wirft ihm Verfassungsbruch vor. Zelaya war Ende September überraschend nach Honduras zurückgekehrt, wo er in der brasilianischen Botschaft Zuflucht fand. Er hatte ultimativ auf seiner Wiedereinsetzung vor der Bildung einer neuen Regierung bestanden und darauf verzichtet, Kandidaten seiner Wahl für die Regierung zu benennen.