Bis Samstagabend sind gut 960.000 Wähler in Namibia, der einstigen deutschen Kolonie im Südwesten Afrikas, dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Angesichts der Zersplitterung der Opposition wird erwartet, dass die ehemalige Befreiungsorganisation Swapo auch bei den vierten Wahlen seit der Unabhängigkeit des Landes (1990) wieder stärkste Kraft im Parlament wird, auch wenn sie mit Stimmenverlusten rechnen muss.

Auch eine Wiederwahl von Swapo-Chef Hifikepunye Pohamba als Präsident gilt als sicher. Pohamba war mit der Unterstützung seines hoch populären, als "Gründungsvater der namibischen Nation" bezeichneten, Vorgängers Sam Nujoma 2005 ins Amt gewählt worden. Das Land erlebte somit eine hohe politische Kontinuität seit seiner Unabhängigkeit und sah seit 1990 keine unerwarteten Wahlergebnisse.

Auch am Ende des zweiten Jahrzehnts seit der Unabhängigkeit von Südafrika ist Namibia ein friedliches Land, doch nehmen die sozialen Konflikt zu, da die sozialen Unterschiede zunehmen. Haupteinnahmequellen sind neben dem stetig wachsenden Tourismus, Bergabau, Fischerei und Landwirtschaft. Beherrschende politische Kraft ist die Swapo, die bis 1988 mehr als zwei Jahrzehnte lang einen Guerillakrieg gegen die Mandatsmacht Südafrika geführt hatte.