Barack Obama ist zur ersten Fernostreise seiner Amtszeit aufgebrochen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Alaska trifft er an diesem Freitag in Japan als erster Station der insgesamt neuntägigen Reise ein. Danach geht es am Wochenende zum Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation APEC in Singapur. Anschließend stehen noch Besuche in China und Südkorea auf dem Programm. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Besuche auch dazu dienen, "den Führungsanspruch der USA in der pazifischen Region zu unterstreichen".

Im Mittelpunkt der Reise steht aber China, der größte Kreditgeber der USA. Peking habe ein gewichtiges Wort bei allen brisanten internationalen Themen mitzureden, wie der Erholung der Weltwirtschaft, dem Klimaschutz, den Nuklearbestrebungen Nordkoreas und Irans sowie der Stabilisierung Afghanistans und Pakistans, betonte der Ostasienexperte des Weißen Hauses, Jeffrey Bader. "Bei keinem dieser Themen können wir ohne die Zusammenarbeit mit China erfolgreich sein."

Wegen dieser "strategischen Partnerschaft" sei sein Besuch in China so wichtig, sagte Obama. Allerdings blieben auch weiterhin Differenzen, schließlich "sind wir in mancher Hinsicht auch Konkurrenten", sagte Bader.

In der japanischen Hauptstadt Tokio wird Obama mit dem neuen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama zusammentreffen, der Japan ein stärkeres internationales Gewicht geben will. Japan wünscht sich vor allem eine Verkleinerung oder gar Aufgabe des US-Militärstützpunktes in Okinawa. Hatoyama will sich vom Sicherheitspartner USA emanzipieren und strebt eine "gleichberechtigte" Partnerschaft an, heißt es von Experten.

Beim APEC-Treffen in Singapur wird sich Obama voraussichtlich Fragen nach der künftigen Handelspolitik der USA stellen müssen. Gespräche über Freihandelsabkommen mit mehreren asiatischen Pazifikstaaten, die unter Vorgänger George W. Bush begonnen worden waren, sind inzwischen ins Stocken geraten. Während der Konferenz wird auch eine Begegnung Obamas mit dem russischen Präsidenten Dimitrij Medwedjew erwartet.

Im südkoreanischen Seoul steht unterdessen der Atomkonflikt mit Nordkorea im Zentrum der Gespräche. Von dort aus ist am Donnerstag nächster Woche die Heimreise des US-Präsidenten geplant.