Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew hat sich den europäischen Klimazielen angeschlossen. Dies habe er während des halbjährlichen Gipfels zwischen Moskau und der Europäischen Union (EU) in Stockholm angekündigt, wie Verhandlungskreise berichteten.

Offizielle EU-Ziele sehen eine Absenkung der Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 vor. Bislang hatte die Moskauer Führung eine Verpflichtung zur Verminderung um 10 bis 15 Prozent weniger C02-Ausstöße für den Klimagipfel in Aussicht gestellt.

Nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern stellte Medwedjew sogar in Aussicht, möglicherweise gar auf 25 Prozent gehen zu wollen. Die EU will ihrerseits diese Marke für den Klimagipfel in Kopenhagen auf 30 Prozent anheben. Allerdings nur, wenn sich andere maßgebliche Länder daran beteiligen.

Russlands Ausstoß an C02-Emissionen ist aber ohnehin massiv zurückgegangen. Grund ist der wirtschaftliche Zusammenbruch in der ehemaligen Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre.

Neben den Klimafragen wollen EU und Russland auch die gegenseitigen Handelsprobleme lösen. Die EU will Moskau bei dem Gipfel zu dem seit Langem gewünschten Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) bewegen. Russland will der Welthandelsorganisation nicht mehr gemeinsam mit seinen beiden Nachbarsländern Weißrussland und Kasachstan beitreten. Die drei Staaten wollten einzeln Mitglieder der Organisation werden, ihren Beitritt und ihre Positionen jedoch miteinander abstimmen, sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow nach dem Russland-EU-Gipfel.

Auf dem Gipfel in Stockholm sind Medwedjew und der schwedische EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt bemüht, die Annäherung voranzubringen, nachdem der Krieg Russlands gegen Georgien im vergangenen Jahr große Spannungen verursacht hatte. Die EU will vor allem eine sichere Versorgung mit Gas sicherstellen. Dazu wurde bereits ein Frühwarnsystem über Lieferunterbrechungen vereinbart, um eine erneute Gaskrise zu verhindern.