Es ist der wohl folgenschwerste Anschlag auf den US-Geheimdienst seit Beginn des Afghanistan-Krieges vor acht Jahren: Ein Selbstmordattentäter hat acht US-Bürger und mindestens einen Afghanen mit in den Tod gerissen. Laut US-Medienberichten handelt es sich bei den getöteten Ausländern um Mitarbeiter der CIA.

Das Attentat ereignete sich auf dem Militärstützpunkt Chapman in der südostafghanischen Provinz Khost nahe der Grenze zu Pakistan. Nach Medienangaben wurden weitere Menschen verletzt, darunter aber keine US- oder Nato-Soldaten. 

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Sie gaben an, der Selbstmordattentäter sei Offizier der afghanischen Armee gewesen. Nach einem Bericht der Washington Post soll er im Fitnessraum des Stützpunkts eine Bombenweste gezündet haben. Unklar sei, wie der Selbstmordattentäter unbemerkt auf das Gelände gelangen konnte, berichtete die Zeitung weiter.

Zur Identität der acht getöteten Amerikaner gab es vorerst keine offiziellen Angaben. Sowohl das Pentagon als auch die CIA waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Mitarbeiter der US-Regierung lehnten es ab, Details zu nennen, bevor die Familien der Getöteten benachrichtigt worden seien. Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte lediglich den Tod von acht amerikanischen Zivilisten. "Wir trauern um den Verlust", sagte ein Sprecher in Washington.

Der Stützpunkt Chapman, gegen den sich der Anschlag richtete, ist ein wichtiges Zentrum für Mitarbeiter von US-Wiederaufbauprojekten, ganz im Sinne der Strategie von US-Präsident Barack Obama zur Stabilisierung Afghanistans. Zugleich ist die Forward Operating Base Chapman im Sprachgebrauch der Streitkräfte "keine reguläre Militärbasis", das heißt, sie wird auch von Geheimdiensten benutzt. Der CIA ist seit einiger Zeit dabei, seine Präsenz am Hindukusch auszuweiten, um gegen den immer weiter reichenden Einfluss der Taliban vorzugehen.

Die westlichen Alliierten wurden auch von einem zweiten Anschlag erschüttert: Im südafghanischen Kandahar starben auf einer Patrouillenfahrt vier kanadische Soldaten und eine junge Journalistin, als neben ihrem gepanzerten Fahrzeug ein Sprengsatz explodierte. Fünf weitere kanadische Soldaten wurden verletzt.

Bei der getöteten Journalistin handelt es sich den Berichten zufolge um eine 34-jährige Reporterin des Calgary Herald, die erst seit gut zwei Wochen aus Afghanistan berichtete. Sie befand sich zusammen mit den Soldaten auf einer Kontrollfahrt durch eine vermeintlich sichere Gegend.