Die Zahl der Anschläge auf die Bundeswehr in Afghanistan ist einem Medienbericht zufolge 2009 deutlich gestiegen. Insgesamt habe es 77 direkte Anschläge auf das deutsche Kontingent der Nato-geführten Isaf gegeben, davon allein 71 im Raum Kundus, berichtet die Bild-Zeitung. Im Jahr 2008 waren insgesamt noch 43 direkte Anschläge gezählt worden, davon 31 in der Gegend von Kundus. 2007 habe die Gesamtzahl 21 betragen, davon neun im Raum Kundus.

Das nordafghanische Kundus hat sich seit einiger Zeit zum mit Abstand gefährlichsten Einsatzort der Bundeswehr entwickelt. Zuvor waren die deutschen Soldaten dort lange vor allem mit dem Wiederaufbau beschäftigt gewesen. Derzeit befinden sich als Teil der Isaf rund 4300 deutsche Soldaten in Afghanistan.

Laut einer Umfrage für die Leipziger Volkszeitung wünschen sich 51 Prozent der Bundesbürger einen baldigen Abzug der Bundeswehr. 34 Prozent der Befragten sprachen sich für die Entsendung zusätzlicher Soldaten aus.

Die Skepsis über den Afghanistan-Einsatz ist laut Umfrage im Osten größer als im Westen. So sind in den neuen Bundesländern 57 Prozent für einen Rückzug, im Westen nur 50 Prozent. Eine Truppenverstärkung befürworten lediglich 27 Prozent der Ostdeutschen, in Westdeutschland sind es 35 Prozent.

Präsident Barack Obama hatte angekündigt, die in Afghanistan stationierten US-Truppen um 30.000 Mann aufstocken und einen Abzug im Sommer 2011 einleiten zu wollen. Nach Einschätzung von Nato-Militärs muss auch Deutschland im kommenden Jahr mehr Soldaten in den Norden Afghanistans schicken. Bislang liegt die Obergrenze bei 4500 Bundeswehrsoldaten. Die  Bundesregierung will über eine Aufstockung erst nach einer internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar entscheiden.