Der Amokläufer im finnischen Espoo hat Selbstmord begangen. Die Polizei fand die Leiche des 1966 im Kosovo geborenen Ibrahim S. in seiner Wohnung.

Der 43-Jährige soll am letzten Tag des Jahres in Espoo vor den Toren von Helsinki drei Arbeitskollegen und eine Kollegin seiner Ex-Frau in einem Supermarkt erschossen haben. Nach dem Amoklauf wurde das Einkaufszentrum nordwestlich der Hauptstadt evakuiert.

Zuvor fanden Beamte in einer Privatwohnung die Leiche der Ex-Frau des mutmaßlichen Täters. Die Frau sei zu einem früheren Zeitpunkt getötet worden, hieß es.

Augenzeugen berichteten von Panik in der Elektronikabteilung, wo der Amokschütze sein erstes Opfer, einen Angestellten, mit zwei Kopfschüssen tötete. Er feuerte dann in der Fleischabteilung weitere Schüsse ab, ehe er floh. Augenzeugen bezeichneten sein Vorgehen als "äußerst zielstrebig". Zunächst konnte der Mann im Gewühl fliehen.

Wahrscheinlicher Hintergrund für den Amoklauf zu Silvester ist Eifersucht. S. durfte seine Ex-Frau nicht besuchen. Er war verurteilt worden, weil er sie misshandelt hatte.

Der Amoklauf ist bereits der dritte innerhalb von drei Jahren in Finnland. In den Jahren 2007 und 2008 wurde das nordische Land von Schießereien an Schulen erschüttert. 2008 tötete ein 22-Jähriger zehn Menschen in einer Berufsschule im Nordwesten Finnlands. Anschließend schoss er auf sich selbst und erlag wenig später seinen Verletzungen.