Die Übergangsregierung von Honduras hat dem gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya die Bitte um freie Ausreise nach Mexiko abgeschlagen. Außenminister Carlos Lopez Contreras sagte am Mittwochabend, seine Regierung betrachte den Antrag Zelayas nach einem Passierschein als "unangebracht". Nach dem Putsch im Juni war Zelaya heimlich aus dem Exil in die honduranische Hauptstadt Tegucigalpa zurückgekehrt und sitzt derzeit in der brasilianischen Botschaft fest. Er hatte von dort aus versucht, an die Macht in Honduras zurückzukommen.

Die Medien in Honduras und Mexiko berichteten am Mittwochabend, Zelaya wolle mit seiner Familie nach Mexiko ausreisen. Die mexikanische Regierung habe Zelaya Asyl angeboten und zu diesem Zweck freies Geleit in Honduras beantragt. Ein Flugzeug, das den Politiker aufnehmen sollte, wurde nach dem Nein der Machthaber nach El Salvador umgeleitet. Zelayas Gegner werfen Verfassungsbruch und andere Delikte vor und wollen ihn deshalb vor Gericht stellen.

Zelaya selbst sagte dem US-Fernsehsender CNN in einem Telefonat, er sei bis zum 27. Januar 2010 legitimer Präsident des mittelamerikanischen Landes. Er werde als Gast reisen, und nicht als Asylsuchender. Seine Chancen auf eine Rückkehr in das Amt sind freilich gering: Mit überwältigender Mehrheit hatten die Mitglieder des honduranischen Kongresses in der vergangenen Woche gegen die Wiedereinsetzung des linken Politikers gestimmt.

Zudem hat Honduras Ende November den konservativen Agrarunternehmer Porfirio Lobo Sosa zum neuen Präsidenten gewählt, der seine Amtszeit am 27. Januar antritt. Vor allem die linken Regierungen der Region, mit denen sich Zelaya verbündet hatte, wollen das Wahlergebnis sowie den neu gewählten Präsidenten nicht anerkennen.