Der Weltklimagipfel hat begonnen – und mit seinem Start erreicht auch der mediale Overkill einen neuen Höhepunkt. Schon im Vorfeld des Gipfels hatten Klimawissenschaftler immer dräuendere Szenarien ausgemalt. Beseelt von hehren Absichten, erfüllt vom Glauben, dass alle an einem Strang ziehen müssten, um den Planeten doch noch zu retten, wurde nach Kräften emotionalisiert.

Stimmen, die zu Nüchternheit mahnten, wurden als Ärgernis abgetan, Zweifler an manchen Aspekten der Wissenschaft als "Klimaleugner" abgestempelt. Ihre Gegner nehmen sich das Recht heraus, abweichende Stimmen auszumanövrieren oder gar zu unterdrücken.

Die gehackten und daraufhin veröffentlichten E-Mails aus der Klimaabteilung der Universität East Anglia lassen das Muster erkennen: Selbstgerechtigkeit, Unduldsamkeit gegenüber Widerspruch und die Bereitschaft, Daten zu manipulieren und gegebenenfalls gar zu vernichten – selbst von renommierten Kollegen innerhalb der Prozesse des Weltklimarates IPCC.

Der Skandal hat die Integrität der Disziplin infrage gestellt. Der Eindruck drängt sich auf, dass in der Klimawissenschaft zunehmend Dogmatiker dominieren, die absolut überzeugt sind von der Richtigkeit ihrer Position und hart gegen Zweifel und Skepsis vorgehen.

Damit aber verstoßen sie gegen die Essenz der Wissenschaft schlechthin. Wir hätten gewarnt sein können: Als vor einigen Jahren Klimawissenschaftler gebieterisch feststellten, die wissenschaftliche Debatte über globale Erwärmung und Klimawandel sei nun vorüber, wurde dieser Verstoß gegen wissenschaftliches Prinzip mehr oder minder widerspruchslos hingenommen.

Dabei handelte es sich damals schon um ein untrügliches Indiz dafür, dass Wissenschaftler in Aktivisten und Betreiber von Kampagnen mutierten. Der Klimaforscher Hans von Storch spricht von einem "Kartell der Alarmisten", das unerfreulicher Weise für eine "Einengung" der wissenschaftlichen Diskussion gesorgt habe.