Die US-Republikaner wollen kommende Woche zum Weltklimagipfel nach Kopenhagen fahren, um sich der Klima-Politik von Präsident Barack Obama entgegenzustellen. Dieser solle sich bei möglichen Zusagen der USA zu einem neuen Klimaschutz-Abkommen zurückhalten, sagte James Sensenbrenner, der die Delegation anführen wird.

Der konservative Abgeordnete erklärte, er werde den Weltführern klarmachen, dass der US-Kongress entgegen aller Versprechungen Obamas kein Gesetz zur Reduzierung der Treibhausgase verabschieden werde. Zuvor müsse der "wissenschaftliche Faschismus" beendet werden.

Damit zielt Sensenbrenner auf die Mails einzelner Wissenschaftler, die an die Öffentlichkeit gelangt waren. Zu dem Thema habe er bereits einen Brief an den Chef des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, geschrieben und gefordert, er solle gegen die betroffenen Wissenschaftler vorgehen. Deren Studien, so der Republikaner, dürften nicht in der allgemeinen Klimastudie verwendet werde. "Daten wurden manipuliert. Das belegen ihre E-Mails", sagte Sensenbrenner dem TV-Sender Fox.

Auch der republikanische Abgeordnete Mike Pence erklärte, Obama solle sich beim Gipfel zurückhalten: "Mr. Obama, machen Sie keine Versprechungen in Kopenhagen, die wir nicht halten können." Sensenbrenner sekundierte: Die USA hätten viel "Glaubwürdigkeit" verloren, als der damalige Vize-Präsident Al Gore 1997 in Kyoto Versprechungen gemacht habe, die der Kongress später ablehnte.

Gore appellierte erneut an die Staatengemeinschaft

Gore selbst erneuerte seine Appelle an die Staatengemeinschaft, sprach sich für einen "nachhaltigen Kapitalismus" aus und warnte vor "kurzfristigem Denken" im Klimaschutz. "Wir haben unsere Lektion immer noch nicht gelernt", sagte der frühere US-Vizepräsident. Der Klimawandel sei eine "nie da gewesene Bewährungsprobe für unsere Demokratie", sagte Gore. "Viele Wähler haben das wahre Ausmaß der Bedrohung noch nicht erkannt."

Reine Absichtserklärungen reichten nicht mehr aus, fügte der Friedensnobelpreisträger hinzu. Spätestens im kommenden Jahr müsse ein Vertrag auf globaler Ebene erreicht werden, der einen Preis auf das gefährliche Treibhausgas Kohlendioxid erhebt – entweder durch eine CO2-Steuer oder durch CO2-Handel mithilfe von Zertifikaten. Er sei zuversichtlich, dass auch die USA 2010 ein Klimagesetz verabschieden würden. "Wir stehen vor einer Überlebensfrage", mahnte Gore. "Die Zukunft der menschlichen Zivilisation steht auf dem Spiel. Von dieser Verantwortung können wir uns nicht freisprechen."