Bahati ist laut Buchautor Sharlet zugleich ein Schützling von US-Senator James Inhofe, der ebenfalls Family-Mitglied ist. Senator Inhofe ist nach eigenen Angaben mindestens zwanzig Mal zu Konsultationen nach Uganda geflogen. Der Politiker aus Oklahoma macht keinen Hehl aus seiner Motivation. Die Reisen seien "a Jesus thing", sagt Inhofe, der öffentlich mit seiner eigenen Bedeutung in Uganda prahlt. Inhofe hat erst nach wochenlangem Schweigen und wachsendem öffentlichen Druck deutliche Kritik an dem ugandischen Gesetzentwurf geübt. Ob und in welcher Weise er seinen Einfluss auf die ugandische Staatsführung nutzen will, um das Gesetz zu kippen, ließ der Senator offen.

Die Liste der prominenten Mitglieder des ugandischen Zweigs der Family ist aber noch länger. "Zur Family gehören sowohl Ethik-Minister Butoro als auch Ugandas Staatspräsident Yoweri Museveni", sagt Buchautor Sharlet.

Präsident Museveni, der seit Jahren gegen die homosexuelle Minderheit wettert und Verhaftungswellen angeordnet hat, übernachte bei Besuchen in Washington im Gästehaus der Family. Der ugandische Präsident pflege beste Kontakte zu führenden Family-Mitgliedern wie dem evangelikalen US-Senator Sam Brownback, heißt es.

In Erklärungsnot bringen die Pläne der ugandischen Regierung auch Rick Warren, einen der bekanntesten Pastoren der USA. Warren hat das Gebet bei der Amtseinführung von Barack Obama gesprochen. Sein Bestseller A Purpose Driven Life gilt vielen Geistlichen in Uganda als Leitfaden.

Warren hat mit dem ugandischen Pastor Martin Ssempa einen der wichtigsten Wortführer für das Anti-Homo-Gesetz wiederholt in seine Kirche nach Kalifornien eingeladen. Auch Warren brauchte mehreren Wochen, um nach wachsendem medialem Druck klar Position gegen die ugandischen Gesetzespläne zu ziehen.

Der Gesetzentwurf stößt die Staaten, die mit Hilfsgeldern Ugandas Haushalt mitfinanzieren, vor den Kopf. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown protestierte bereits öffentlich und sprach Präsident Museveni beim Commonwealth-Gipfel auf das Thema an. Länder wie Schweden drohen mit der Kürzung von Entwicklungshilfe. Außenminister Guido Westerwelle hatte schon vor Monaten Staaten, die Männer und Frauen hinrichten, weil sie homosexuell sind, mit dem Entzug von Entwicklungshilfe gedroht.

Ethik-Minister Butoro ruderte daraufhin in Interviews mit der internationalen Presse zunächst etwas zurück. Die überarbeitete Gesetzesfassung werde weniger drastisch als geplant ausfallen, sagte der Minister der Nachrichtenagentur Bloomberg. Gleichzeitig macht Butoro klar, dass ihn die internationalen Gemeinschaft nicht einschüchtern könne und er das "unnatürliche, abnormale und illegale Verhalten" mit allen Mitteln bekämpfen werde. Uganda lasse sich die gleichgeschlechtliche Liebe auch nicht von den Vereinten Nationen aufzwingen, so der Minister. Dafür sei er bereit, die Entwicklungshilfe zu riskieren. Gegenüber dem Guardian sagte Butoro: "Wir glauben, dass es für Menschenrechte Grenzen gibt."