Der entführte Öltanker Maran Centaurus des griechischen Reeders Maran Tankers Management ist wieder frei, bestätigten Schifffahrtsbehörden. Das Schiff und die 28-köpfige Besatzung seien gegen ein Lösegeld zwischen 5,5 und 7 Millionen Dollar am Montag freigekommen. Das Geld sei mit einem Flugzeug über dem Schiff abgeworfen worden. Es handelt sich um das höchste Lösegeld, das somalische Piraten bisher erpresst haben. Die Seeräuber hätten der Besatzung 500.000 Dollar für eine "gute Kooperation" überlassen.

Die griechische Reederei Maran Tankers Management zeigte sich erleichtert über die Freilassung des Schiffs. Der Tanker werde nun in einen sicheren Hafen eskortiert. Zu Einzelheiten der Verhandlungen mit den Erpressern wollte sich der Athener Konzern nicht äußern. Es solle weiterer Piraterie kein Vorschub geleistet werden. Der mit zwei Millionen Barrel Öl beladene Supertanker war am 29. November nahe der Seychellen im Indischen Ozean entführt worden. An Bord waren 16 Philippiner, neun Griechen, zwei Ukrainer und ein Rumäne.

Zwei Piraten seien bei Schießereien getötet worden, als sie ihre Beute an Land bringen wollten, teilte die Seefahrervereinigung Ecoterra International mit. Das Lösegeld befinde sich inzwischen in dem von Piraten kontrollierten Hafen Haradheere. Die Aufteilung des Geldes stehe aber noch aus.

Vor rund einem Jahr waren drei Millionen Dollar für die Freilassung eines anderen Öltankers, der Sirius Star, gezahlt worden. 2009 hatte die Piraterie laut dem International Maritime Bureau (IMB) um fast 40 Prozent zugenommen. Mehr als die Hälfte der über 400 bekannten Fälle geht auf das Konto somalischer Seeräuber. Ende des Jahres hatten somalische Piraten noch mindestens zwölf Schiffe mit 263 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Die Piraterie am Horn von Afrika gilt als Folge der Anarchie in Somalia.