Die im Gaza-Streifen regierende Hamas hat die unter deutscher und ägyptischer Vermittlung geführten Verhandlungen mit Israel über einen Gefangenenaustausch ausgesetzt. Israel will den vor über drei Jahren verschleppten Soldaten Gilad Schalit freibekommen und soll im Gegenzug mehr als 1000 Palästinenser aus der Haft entlassen. Die derzeitigen Umstände machten eine Fortsetzung der indirekten Gespräche unmöglich, heißt es in einer Erklärung von Hamas-Sprecher Aiman al-Tah.

Hamas wirft Israel vor, am 20. Januar in Dubai ein Attentat auf einen ihrer Führer, Mahmud al-Mabhuh, verübt zu haben. Israelische Medien berichten, Mabhuh habe internationale Waffenlieferungen aus Iran, Nordkorea und China in den Gaza-Streifen organisiert. Nach israelischen Angaben soll sich Mabhuh zahlreiche Feinde in der arabischen Welt gemacht haben. Eine offizielle Stellungnahme zu Mabhuhs Tod lehnt die israelisch Regierung ab.

Die Polizei in den Vereinigten Arabischen Emiraten geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Kriminelle Mabhuh in seinem Hotelzimmer in Dubai getötet haben. Eine Verwicklung des israelischen Geheimdienstes Mossad schloss die Polizei aber nicht aus.

Israel hat in der Vergangenheit Dutzende führende Hamas-Vertreter getötet. Die Extremisten-Organisation lehnt ein Ende des bewaffneten Kampfes gegen den jüdischen Staat ab. Israel wirft Iran vor, Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen zu finanzieren. Iran betont, Hamas nur diplomatisch zu unterstützen.