Der kubanische Dissident Orlando Zapata Tamayo ist nach mehr als 80 Tagen im Hungerstreik gestorben. Wie die kubanische Oppositionsgruppe CCDHRN mitteilte, starb der 42-Jährige am Dienstag in einem Gefängniskrankenhaus in Havanna. Er war seit dem 3. Dezember 2009 im Hungerstreik. Zapata war Mitglied der Oppositionsgruppe Republikanische Alternative und Gründer der Carlos Manuel de Céspedes Freiheitsbewegung in Las Tunas. Er war ebenso am Varela-Projekt – eine Unterschriftensammlung für ein Referendum für Demokratisierung der kubanischen Verfassung – aktiv beteiligt. Im März 2003 war er während des kubanischen "Schwarzen Frühlings" verhaftet und wegen Delikten wie Störung der öffentlichen Ordnung und Respektlosigkeit zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Der "schwarze Frühling" bezeichnet eine etwa zweiwöchige Verhaftungswelle, im Zuge derer auf Kuba zahlreiche Regimekritiker festgenommen wurden.

In der vergangenen Woche war Zapata wegen seines schlechten Gesundheitszustandes aus einem Gefängnis in Camagüey im Osten der Insel in ein Gefängniskrankenhaus und später in die Klinik des Gefängnisses Combinado del Este in der Hauptstadt verlegt worden. Nach Angaben der Mutter war es ihr lange Zeit verboten worden, ihren Sohn zu besuchen. Sie wirft den Behörden vor, sie belogen und Zapatos Leben wissentlich nicht gerettet zu haben.

Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) forderte Zapato, als "Gewissensgefangener" anerkannt und daher nicht kriminalisiert zu werden. Darüber hinaus forderte er körperliche Unversehrtheit. Nach IGFM-Informationen musste er im Gefängnis "zahllose Schläge und Folter ertragen". Nach Schätzung von Menschenrechtsorganisationen gibt es auf Kuba etwa 200 politische Gefangene.