Im monatelangen Streit um die Finanzierung der Mehrkosten des Militärtransporters Airbus A400M haben der EADS-Konzern und die sieben Käuferstaaten eine Grundsatzeinigung erzielt. Das teilte die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacon mit. "Ich bin sehr zufrieden über die Grundsatzeinigung der Teilnehmerländer", sagte sie am Rande eines Treffens der EU-Verteidigungsminister in Palma de Mallorca.

Chacon zufolge würden nun die zuständigen Staatssekretäre die weiteren technischen Details klären. "Wir werden mit Sicherheit morgen Details bekannt geben", kündigte die Ministerin auf der spanischen Ferieninsel an.

Finanzielle Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt, allerdings berichten Insider über ein Hilfspaket von 3,5 Milliarden Euro.

Deutschland und sechs weitere Staaten hatten insgesamt 180 der Propellermaschinen zum Gesamtwert von ursprünglich 20 Milliarden Euro bestellt. Hersteller Airbus, eine Tochterfirma des französisch-deutschen Konzerns EADS, musste die Auslieferung des Transporters verschieben. Inzwischen verzögert sich die Auslieferung um mindestens drei Jahre. 

Nun streiten die Käufernationen mit EADS über die Verteilung der Mehrkosten, die sich durch die Verzögerungen ergeben. In der vergangenen Woche hatten die Käuferstaaten ein neues Angebot vorgelegt. Sie sind bereit, zusammen zwei der 5,2 Milliarden Euro Mehrkosten für das Militärprogramm und weitere 1,5 Milliarden Euro in Form von Kreditbürgschaften zu übernehmen.

Da EADS die Übernahme weiterer 800 Millionen Euro angeboten habe, bleibe eine Finanzierungslücke von 900 Millionen Euro. 500 Millionen davon könnten durch das Inkrafttreten sogenannter Eskalationsklauseln aufgebracht werden, durch die EADS mehr Geld etwa für Rohstoffpreise erhielte. Außerdem könnte die Sonderausstattung für das bodennahe Fliegen, die bislang nur Deutschland verlangt, verschoben werden. Offen war bislang aber noch die Übernahme von restlichen 400 Millionen Euro.

Deutschland und Frankreich sind mit 60 beziehungsweise 50 Maschinen die größten Abnehmer des Militärtransporters. Daneben haben auch Belgien, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und die Türkei das Flugzeug bestellt.