Nach mehr als einem halben Jahrhundert wird im künftigen US-Kongress kein Vertreter der Kennedy-Dynastie mehr sitzen. Patrick Kennedy, der Sohn des verstorbenen Senators Edward Kennedy, kündigte seinen Verzicht auf eine neue Kandidatur für die Wahl zum Repräsentantenhaus im November an. Der 42-jährige Abgeordnete aus dem Bundesstaat Rhode Island begründete den Schritt mit dem Tod seines Vaters und Mentors im vergangenen Jahr. Er wies aber auch auf seine persönlichen Probleme mit Suchtkrankheiten und Depression hin.

"Krankheit hat mir meinen verehrten Mentor und Vertrauten genommen, meine Quelle von Geist und Stärke", sagte der Demokrat über seinen Vater, der im vergangenen August im Alter von 77 Jahren an einem Gehirntumor gestorben war. Er wolle sich außerhalb des Kongresses für Menschen mit Suchterkrankungen, Depression und Autismus einsetzen.

Seinen Wählern dankte er für das Verständnis für seine Probleme: "Wenn ich Fehler gemacht oder Rückschläge erlitten habe, haben Sie mit Mitgefühl reagiert, nicht mit Verachtung." Kennedy kämpfte in den letzten Jahren nach eigenen Worten gegen Alkohol- und Medikamentensucht.

Seinen Wahlkreis in Rhode Island hatte der Neffe von Präsident John F. Kennedy seit 1995 im Kongress vertreten. Beobachter führten seinen Verzicht auch darauf zurück, dass ihm in dem Wahlkreis bei der anstehenden Kongresswahl starke Konkurrenz durch einen republikanischen Gegenkandidaten droht.