Angesichts der hohen jährlichen Anzahl an Verbrechen und Unfällen, in die Schusswaffen involviert sind, sind viele Kritiker in den USA der Meinung, Waffen seien zu leicht zu bekommen. Befürworter einer strengeren Waffenregelung hatten deshalb auf Präsident Barack Obama gesetzt. Doch wie die New York Times berichtet, ist es in vielen Bundesstaaten während der Präsidentschaft Obamas eher noch leichter geworden, Schusswaffen zu kaufen und zu tragen. Die Waffenlobby und die Bundesstaaten nutzten nun das Schweigen des Präsidenten, um die Gesetze zu liberalisieren, so die Zeitung.

So dürfen nun im Bundesstaat Virginia, wo im Jahr 2007 bei einem Amoklauf an der Technischen Staatsuniversität mehr als 30 Menschen umgebracht wurden, nun sogar Waffen in Bars und Restaurants mit Alkoholausschank getragen werden. Das Abgeordnetenhaus des Bundesstaates arbeite zudem daran, dass es nach einem 17-jährigen Verbot nun wieder erlaubt werden soll, mehr als eine Waffe im Monat zu kaufen. Auch in den Bundesstaaten Arizona, Wyoming, Montana und Tennessee wurden oder werden die Waffengesetze gelockert. So erwägen Gesetzgeber in Wyoming und Arizona, Anwohnern das verdeckte Tragen von Schusswaffen ohne Waffenschein zu erlauben.

Waffengegner zeigen sich nach Angaben der Zeitung von Obamas Tatenlosigkeit nach seinen Wahlkampfversprechungen enttäuscht. "Wir hatten zu diesem Zeitpunkt etwas anderes erwartet", sagte Paul Helmke, Leiter der einflussreichen Brady-Anti-Waffengruppe. Als Erfolg konnten sie aber verbuchen, dass Gesetze in mehreren Bundesstaaten abgeblockt wurden, die es Studenten erlaubt hätten, auf dem College-Campus Waffen zu tragen.