Russland und die USA haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf ein neues Abkommen zur atomaren Abrüstung verständigt. Bei allen notwendigen Dokumenten zur Unterzeichnung des neuen Start-Vertrags sei Einigkeit erzielt worden, sagte ein russischer Regierungsvertreter.

Wie das Büro des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus mitteilte, soll der Vertrag in Prag unterzeichnet werden. Im vergangenen Jahr hatte Obama bei seiner Prager Rede für eine atomwaffenfreie Welt geworben. Daher sei die tschechische Hauptstadt ein würdiger Ort, teilte der von Interfax zitierte Kreml-Mitarbeiter mit. Ein Sprecher der amerikanischen Regierung hatte zuvor allerdings gesagt, dass die USA und Russland "immer noch an der Endfassung des neuen Start-Vertrags arbeiten".

Ein offizielles Datum für die Unterzeichnung gibt es noch nicht. Doch russischen Medienberichten zufolge wollen Moskau und Washington das Nachfolgeabkommen für den bisherigen Start-Vertrag noch vor dem Washingtoner Gipfeltreffen zur Atomsicherheit unterzeichnen, das am 12. und 13. April stattfindet. Ein Sprecher des tschechischen Außenministeriums in Prag sagte, seine Regierung wolle dem Wunsch der USA Folge leisten.

Das Abkommen soll den Start-Vertrag von 1991 ablösen, der im Dezember auslief. Im vergangenen Jahr hatten sich Obama und sein russischer Kollege Dmitrij Medwedjew auf die Grundzüge einer solchen Vereinbarung verständigt. Demnach soll die Zahl der atomaren Sprengköpfe auf beiden Seiten um jeweils 1500 bis 1675 Stück reduziert werden.

Obamas Prager Rede vom Frühjahr 2009 wurde im vergangenen Jahr vom Osloer Nobelkomitee als einer der Gründe für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Präsidenten angeführt.