Das Mitte-Rechts-Lager des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi geht aus den Regionalwahlen in Italien überraschend gut hervor. Den Hochrechnungen und ersten Teilergebnissen zufolge konnte die konservative Regierungskoalition der Linken die beiden südlichen Regionen Kalabrien und Kampanien abnehmen. In Piemont und Latium lag das Mitte-Rechts-Lager nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen am späten Montagabend uneinholbar vorn.

"Diese Ergebnisse stärken die Regierung", freute sich Verteidigungsminister Ignazio La Russa. "Berlusconi hat gezeigt, dass er immer gewinnt, wenn es ein Referendum für oder gegen ihn gibt."

Damit blieb in Italien ein "Frankreich-Effekt" aus: Die linke Opposition hatte darauf gehofft, ähnlich wie bei den jüngsten Regionalwahlen in dem Nachbarland dem konservativen Lager eine schmerzliche und eindeutige Niederlage zufügen zu können. Nach Einschätzung von Beobachtern waren aber für viele Wähler regionale Probleme entscheidend.

In Italien war in 13 der 20 Regionen gewählt worden. Elf dieser Regionen waren seit 2005 in linker Hand, zwei von Berlusconis Lager regiert. Insgesamt deutlich zurückgegangen ist die Wahlbeteiligung, die mit 64 Prozent rund acht Punkte unter der Regionalwahl von 2005 lag. Berlusconi hatte den Urnengang zu einem nationalen Test für seine Regierung drei Jahre vor der nächsten Parlamentswahl erhoben.

Nach dem Debakel um die Registrierung von Kandidaten der Regierungspartei Volk der Freiheit (PDL) waren die Umfragewerte der Regierungspartei eingebrochen. Berlusconis Parteifreunde hatten in zwei Regionen ihre Wahlliste nicht fristgerecht eingereicht und wurden deshalb von der Abstimmung ausgeschlossen. Die Regierung versuchte daraufhin, ihnen die Teilnahme per Dekret doch noch zu ermöglichen, scheiterte damit aber am Obersten Verwaltungsgericht.