Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur halten an. Während neuer Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen seien bis zu 400 Zivilisten getötet worden, verlautete aus Kreisen der UN und der Rebellen. Ein Sprecher der sudanesischen Armee sagte hingegen, in der Darfur-Region Dschabel Marra seien keine Soldaten in Kämpfe verwickelt. Es handele sich vielmehr um einen Angriff von Aufständischen auf die örtliche Bevölkerung.

Die Kämpfe ereignen sich nur wenige Tage nach der Annäherung zwischen der sudanesischen Regierung und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), eine der wichtigsten Rebellengruppen in Darfur. Der Präsident des Landes, Omar Hassan al-Baschir, hatte den Darfur-Konflikt in der vergangenen Woche für beendet erklärt und zusammen mit Vertretern der JEM ein Rahmenabkommen für einen Waffenstillstand unterzeichnet. Beide Parteien wollen sich bis Mitte März auf ein endgültiges Dokument einigen, dass unter anderem eine Beteiligung der JEM an der Regierung in der sudanesischen Hauptstadt Karthum vorsieht.

Aufständische der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) und andere Gruppen lehnen ein solches Friedensabkommen allerdings ab. Ihrer Ansicht nach muss vor Beginn von Gesprächen zunächst die Sicherheit in der Provinz wiederhergestellt werden. Ohne die Zustimmung der SLA sowie anderer regierungsfeindlicher Gruppierungen ist Experten zufolge ein tragfähiger Friedensprozess in Darfur aber kaum möglich.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass durch die Kämpfe in Darfur bislang 300.000 Menschen ums Leben gekommen sind und weitere 2,7 Millionen vertrieben wurden. Die sudanesische Regierung geht dagegen von etwa 10.000 Toten aus.

In der Vergangenheit hatte es in dem Konflikt schon mehrere Waffenstillstandsabkommen gegeben, die jedoch wenig später gebrochen wurden. Diesmal hatten sich Beobachter im Hinblick auf eine dauerhafte Lösung aber optimistisch geäußert. Wie sich nun zeigt, waren diese Hoffnungen offenbar vergebens. Bereits Ende der vergangenen Woche kam es Berichten zufolge wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen.