Die G-8-Staaten haben die internationale Gemeinschaft zu einem entschlossenen Vorgehen im Atomstreit mit Iran aufgefordert. Das Wort Sanktionen vermieden sie indes. Irans Atomprogramm sowie das Verhalten der Islamischen Republik gegenüber den Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) biete Anlass zu großer Sorge. Das erklärten die Außenminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G 8) im Entwurf für das Abschlusskommuniqué ihres Treffens in Kanada. Um die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft zu demonstrieren und Iran Einhalt zu gebieten, seien "angemessene und starke Schritte" notwendig. Die Minister betonten, weiterhin offen für einen Dialog mit der Führung in Teheran zu sein.

Das Treffen in Ottawa ist ein weiterer Versuch, Iran zu bewegen, die Forderung des UN-Sicherheitsrats zu erfüllen und mit der IAEA zusammenzuarbeiten. Die Staatengemeinschaft wirft Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet dies, lässt aber die notwendige Transparenz beim Atomprogramm vermissen.

Der Westen drängt daher auf zusätzliche Sanktionen gegen Iran. Russland, das wie die USA, Großbritannien, Frankreich und China Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat ist, hat vorsichtig Zustimmung signalisiert. Dagegen hat das wirtschaftlich eng mit Iran verflochtene China Vorbehalte gegen weitere Strafmaßnahmen. US-Außenministerin Hillary Clinton war bemüht, Befürchtungen zu zerstreuen, dass China mit seinem Veto neuerliche UN-Sanktionen verhindern könnte. Die Führung in Peking sei sich mit anderen Mächten darin einig, dass ein atomar bewaffneter Iran nicht akzeptabel sei, sagte Clinton im kanadischen Fernsehen.

Weitere Themen des Treffens sind die festgefahrenen Bemühungen im Atomstreit mit Nordkorea und der Kampf gegen den Terrorismus. Die G-8-Außenminister verurteilten in einer weiteren Erklärung die Selbstmordanschläge auf die Moskauer U-Bahn, durch die fast 40 Menschen getötet worden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.