Barack Obama erwartet, dass es innerhalb von Wochen zu verschärften UN-Sanktionen gegen Teheran kommt. "Ich hoffe, wir kriegen das in diesem Frühjahr hin", sagte er nach einem Gespräch mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy in Washington.

Allerdings gibt es nach wie vor Widerstände: So konnten sich die G-8-Außenminister bei einem Treffen im kanadischen Ottawa nicht zu einer harten Linie gegen Teheran durchringen. Stattdessen äußerten die G-8-Staaten - USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Russland - lediglich ihre Besorgnis angesichts der iranischen Urananreicherung.

Unverbindlich heißt es lediglich: "Wir bekräftigen unsere ernsthaften Bedenken wegen der Risiken einer Weiterverbreitung, die sich durch das iranische Nuklearprogramm ergeben." Iran müsse seine internationalen Verpflichtungen "vollständig und unverzüglich" einhalten, hieß es in einer Abschlusserklärung.

Die USA und andere westliche Staaten werfen der Regierung in Teheran vor, ihr Atomprogramm heimlich zum Bau von Atomwaffen zu missbrauchen. Die Bemühungen der westlichen Staaten, Iran mit neuen UN-Sanktionen zum Verzicht seiner Uran-Anreicherung zu zwingen, treten seit Wochen auf der Stelle. Dazu ist die Zustimmung aller Veto-Mächte im Sicherheitsrat erforderlich. China lehnte weitere Strafmaßnahmen gegen Teheran bislang ab. Russland signalisierte nach anfänglicher Skepsis Entgegenkommen.

Die westlichen Staaten fürchten, dass Iran sein Atomprogramm zum Bau einer Atombombe nutzt. Dagegen beteuert die Führung in Teheran, es gehe ausschließlich um friedliche Energiegewinnung. Der Atomstreit schwelt seit Jahren, bereits bestehende Sanktionen konnten Iran bisher nicht zum Einlenken bewegen.

Obama sprach die Widerstände einer härteren Gangart gegen Teheran offen an. Zwar glaubt Obama, man sei "robusten Sanktionen" erheblich näher als vor einem Jahr. "Aber es ist noch immer schwierig. Teilweise, seien wir ehrlich, weil Iran ein Ölproduzent ist." Es gebe "viele Länder in der Welt, die denken, dass ihre kommerziellen Interessen wichtiger sind als ihre langfristigen geopolitischen Interessen".

Sarkozy äußerte seine "volle" Unterstützung für schärfere Strafmaßnahmen. "Wir werden alle nötigen Anstrengungen unternehmen um sicherzustellen, dass sich Europa als Ganzes für die Sanktionen einsetzt", sagte der französische Präsident.

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Sicherheitsrat bald auf neue Sanktionen gegen Iran einigen werde. "Die vergangenen 15 Monate haben den Unwillen Irans gezeigt, seine internationalen Verpflichtungen einzugehen, und darauf basiert meine Einschätzung", sagte Clinton. Sie sagte für die kommenden Wochen "intensive Verhandlungen" voraus.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow meinte nur: "Was Iran betrifft und die Sanktionen gegenüber Iran, so haben wir einen Meinungsaustausch vorgenommen. Wir hatten sehr nützliche Diskussionen." Außerdem gebe es "auch andere Partner wie China, die beteiligt sein müssen". Daher wäre es nicht angemessen gewesen, in Ottawa eine Entscheidung zu Iran zu treffen.