Angesichts des anhaltenden Ringens um seine Gesundheitsreform hat US-Präsident Barack Obama seine Reise nach Indonesien und Australien verschoben. Obama werde die Reise erst am Sonntag kommender Woche antreten, drei Tage später als ursprünglich geplant, kündigte sein Sprecher Robert Gibbs an. Mit der Verschiebung gewährt Obama den Abgeordneten seiner Partei mehr Zeit für die endgültige Verabschiedung der Gesundheitsreform.

Das Weiße Haus hatte dem Kongress zunächst eine Frist gesetzt, die Reform bis zu Obamas für Donnerstag geplanter Abreise zu verabschieden. In den vergangenen Tagen indes hatten führende Demokraten im Kongress signalisiert, dass dieser Zeitplan wegen des großen Beratungsbedarfs vermutlich nicht einzuhalten sei. Mit der Verschiebung der Reise setzt Obama die Abgeordneten nun unter Druck, die Großreform wenigstens bis Ende der Woche zu verabschieden.

Sowohl der Senat als auch das Abgeordnetenhaus hatten ihren jeweiligen Entwürfen der Gesundheitsreform bereits im vergangenen Jahr zugestimmt. Durch eine Nachwahl im Senat hat sich dort in der Zwischenzeit allerdings das Mehrheitsverhältnis geändert und steht nun einem abschließenden Votum im Weg. Die Demokraten verloren bei der Wahl im Januar im Bundesstaat Massachusetts ihre nötige Mehrheit von 60 Stimmen.

Beobachter äußerten sich nun skeptisch darüber, ob es den demokratischen Abgeordneten gelingt, Streitfragen – etwa über die Finanzierung von Abtreibungen – auszuräumen, bevor Obama seine erste Auslandsreise in diesem Jahr antritt.

Der Sprecher teilte außerdem mit, dass Obama auf seiner Reise nicht wie zunächst geplant von seiner Frau und den beiden Töchtern begleitet werde. Eigentlich wollte der Präsident seiner Familie die Gegend in Indonesiens Hauptstadt Jakarta zeigen, wo er einige Jahre seiner Kindheit verbracht hatte. Zuletzt war aber auch in den Reihen seiner eigenen Partei Kritik laut geworden, dass der Präsident eine Familienreise antrete, während Abgeordnete seiner Partei in Washington um eines der schwierigsten Gesetzesprojekte der vergangenen Jahre rängen.

Teil der Reise wird auch ein Besuch auf der Pazifikinsel Guam sein, die US-Territorium ist. Die USA unterhalten dort einen wichtigen Militärstützpunkt.