Nach monatelangem Streit hat das Repräsentantenhaus die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama verabschiedet. Mehr oder weniger gilt jetzt: Es gibt eine Pflicht, sich zu versichern – und eine Pflicht, zu versichern. Doch nicht alle profitieren von der Reform. Im Folgenden einige Gewinner und Verlierer des Umbaus:

Die Gewinner

Führende Pharmakonzerne halten zu großen Teilen an ihren zugesagten Preisvorteilen und Rabatten in Höhe von 80 Milliarden Dollar fest. Die Steuern, die Unternehmen wie Pfizer oder Merck zur Finanzierung der Reform leisten sollen, sollen um ein Jahr nach hinten auf 2011 verschoben werden. Allerdings steigen sie auf jährlich 2,7 Milliarden Dollar von ursprünglich 2,3 Milliarden Dollar. Diese Mehrkosten können aber durch eine Ausweitung des Versicherungsschutzes und damit verbundenen Neu-Kunden wettgemacht werden.

Die Branche der Medizintechnik-Unternehmen mit Firmen wie Boston Scientific soll erst ab 2013 Abgaben leisten und nicht wie ursprünglich geplant ab diesem Jahr. Zuvor hatte der Sektor bereits die Halbierung einer Branchensteuer auf 20 Milliarden Dollar erreicht. Anstatt einer branchenweiten Abgabe sieht der Entwurf nun eine Umsatzsteuer von 2,9 Prozent vor. Gewisse Produkte, wie Kontaktlinsen, sind davon jedoch ausgenommen.

Hersteller biotechnologischer Medikamente, hierzu gehören Firmen wie Amgen oder die Roche-Tochter Genentech, dürfen zwölf Jahre lang exklusiv teure biotechnologisch produzierte Marken-Medikamente verkaufen. Erst anschließend dürfen Generika-Hersteller in den Markt einsteigen.

Die Krankenhäuser akzeptieren in den kommenden zehn Jahren Einbußen von 155 Milliarden Dollar, die ihnen durch Einsparungen bei den Staatsprogrammen Medicare und Medicaid wegfallen. Dafür rechnen sie mit einem stärkeren Zulauf von versicherten Bürgern.