Der Plan war der: Rund 2000 Regierungsgegner wollten am Morgen von Bangkok in eine Nachbarprovinz ziehen und dort gegen die Festnahme von elf ihrer Sympathisanten protestieren. Doch dazu kam es nicht. 900 Soldaten und Polizisten umstellten die Demonstranten, die auf dem Weg in einen Vorort nördlich von Bangkog waren. Bei dem gewaltsamen Zusammenstoß wurde ein Soldat getötet und mindestens 18 Menschen teils schwer verletzt. Das teilte das Ministerium für öffentliche Gesundheit in Bangkok mit. Wer den tödlichen Schuss auf den Soldaten abfeuerte, war zunächst unklar.

Einer der Sprecher der Oppositionellen, Jatuporn Prompan, sagte, der Soldat sei von "Menschen aus den eigenen Reihen" erschossen worden. Die Rothemden sprachen angesichts der gewaltsamen Lage von "Krieg", da die Sicherheitskräfte auf "unbewaffnete Menschen" losgingen. Ihr Anführer Nattawut Saikuar erklärte, die Oppositionellen seien zum "Kampf bis zum Tod" bereit.

Armee und Sicherheitskräfte hätten schon vor längerer Zeit ein "starkes Signal" gesendet, dass die Oppositionellen nicht die Hauptstadt verlassen dürften, sagte General Dithapron Sasasamit. "Doch sie widersetzen sich uns immer wieder."

Die Bundesregierung riet erneut dringend von Reisen nach Bangkok ab. Reisen in die Tourismusregionen im Süden des Landes seien dagegen problemlos machbar. "Die Bundesregierung schaut mit großer Sorge auf die Lage in Thailand", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Sie appelliere an die Konfliktparteien, alle Auseinandersetzungen mit Ruhe und Besonnenheit und im Dialog zu führen.

Es war die erste größere Aktion der Demonstranten seit dem vergangenen Wochenende, als Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ihre Forderung nach sofortigen Neuwahlen erneut ablehnte und härtere Maßnahmen gegen die verbotenen Proteste ankündigte. In Bangkok gilt seit Wochen der Ausnahmezustand. Ansammlungen von mehr als fünf Menschen sind untersagt. Bereits am 10. April hatte es bei Zusammenstößen von Armee und Demonstranten 25 Tote in Bangkok gegeben.

Die Demonstranten wollen die Ablösung der amtierenden Regierung, die sie nicht anerkennen, weil sie infolge eines Militärputsches an die Macht gekommen war. Das Ergebnis einer demokratischen Wahl 2007 war später revidiert worden. Die Proteste werden vom früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra aus dem Exil unterstützt. Der Medienmogul Thaksin hat mit Versprechen unter anderem von Steuervergünstigungen Teile der armen Landbevölkerung hinter sich gebracht. Ein Großteil der Eliten in Bangkok lehnt ihn dagegen ab und wirft ihm unter anderem Korruption vor.