Gordon Brown hat den Termin für die nächsten Parlamentswahlen auf den 6. Mai festgesetzt. Dazu muss zunächst die Königin das Parlament auflösen. Das ist nötig, damit die nächsten Unterhauswahlen angesetzt werden können. Die Auflösung soll zum 12. April stattfinden.

Wie die britische Zeitung The Independent schreibt, ist der Ausgang der Wahl derzeit ungewiss und angesichts der Krisenstimmung im Land von besonderer Bedeutung. Nach Umfragen sind nur 44 Prozent der Wähler entschlossen, auch zur Wahl zu gehen. Diese Zahl ist überraschend niedrig.

Doch laut Independent gebe es gute Gründe, sich gerade jetzt an der Wahl zu beteiligen. Die Rezession verlange, dass der Wahlsieger, die Wirtschaft wieder ankurbelt. Es gehe um Arbeitsplätze, um Existenzen und die Zukunft der Wirtschaft. "Die Parteien streiten sich über den besten Weg aus der Krise – da lohnt sich eine Auswahl."

Die gesammelte Umfragen des Guardian und des britischen Meinungsforschungsinstituts ICM zeigen deutliche Trends in der Popularität der Labour-Partei. Als Browns Amtsvorgänger Tony Blair 1997 gewählt wurde, lag seine Partei in Umfragen fast 40 Prozent vor den konservativen Tories. Dieser substanzielle Vorsprung brach insbesondere nach Beginn des Irak-Krieges deutlich ein und hielt sich bis November 2005 bei unter zehn Prozent. Ende des Jahres lagen die Tories in den Umfragen zum ersten Mal seit 1992 in Führung. Diese halten sie seit Browns Amtsantritt im Jahr 2007 und konnten sich zur Hochzeit gut 20 Prozent von den Sozialdemokraten absetzen. Im letzten halben Jahr gelang Gordon Browns Partei jedoch eine deutliche Aufholjagd von einem 17-prozentigen Rückstand im Oktober, zu nur noch sieben Prozent im Februar.

Die Dauer der Legislaturperiode beträgt maximal fünf Jahre. Nach aktuellen Umfragen dürften sowohl Browns Labour-Partei als auch die Konservativen keine eigene Mehrheit im Parlament erreichen. Somit würde es zu einer Koalition kommen, was es seit 36 Jahren nicht mehr gegeben hat.