Syrien und Iran rüsten die libanesische Hisbollah-Miliz nach Erkenntnissen der USA mit immer leistungsfähigeren Raketen aus. "Inzwischen ist die Hisbollah mit mehr Waffen und Raketen ausgestattet als so manche Regierung, was unweigerlich zu einer Destabilisierung der Region führt", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates bei einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Kollegen Ehud Barak am Dienstag in Washington. Gates bestätigte damit einen von der israelischen Regierung erhobenen Vorwurf. Israel sieht sich besonders durch Scud-Raketen bedroht, die mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern große israelische Städte erreichen könnten.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte Israels Präsident Schimon Peres Syrien vorgeworfen, die radikale Hisbollah-Miliz mit Scud-Raketen aufzurüsten. Während Syrien von Frieden spreche, liefere das Land gleichzeitig Raketen, die nur zum Ziel haben, Israel zu bedrohen", sagte Peres. Sowohl die libanesische Regierung als auch die Regierung in Damaskus wiesen diese Vorwürfe zurück. Ägyptens Außenminister Ahmed Abul Gheit bezeichnete die Anschuldigungen am Wochenende als "lachhaft" und sicherte dem Libanon die Solidarität seines Landes zu.

Die israelische Regierung geht davon aus, dass die Hisbollah mittlerweile über 40.000 Raketen verfügt. Das wäre deutlich mehr als die vermuteten 14.000 Stück zum Zeitpunkt der israelischen Militäroffensive gegen die Hisbollah im Sommer 2006.

Am Dienstag gab Israel bekannt, dass es bereits Anfang Mai mit der Aufnahme indirekter Friedensgespräche mit den Palästinensern rechnet. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte vor Mitgliedern seiner rechtsorientierten Likud-Partei in Tel Aviv, dass er kommende Woche zu einem Treffen mit Präsident Hosni Mubarak nach Ägypten fahren werde. Mubarak spiele eine sehr wichtige Rolle im Nahost-Friedensprozess.