Etwa 500 Seelmeilen östlich der somalischen Küste war das Schiff am Montag auf dem Weg von der kenianischen Hafenstadt Mombasa nach Dschibuti von Piraten angegriffen worden. Dies teilte ein Sprecher der EU-Marinemission Atalanta mit. Als klar gewesen sei, dass das Schiff den Booten der Seeräuber nicht entkommen konnte und die Piraten die Taipan entern würden, sei die Besatzung den Atalanta-Ratschlägen gefolgt und habe alle Maschinen abgestellt, um das Schiff manövrierunfähig zu machen, sagte er. Gleichzeitig habe die Mannschaft die im Golf von Aden patrouillierenden Kriegsschiffe alarmiert, ehe sie sich in einem Sicherheitsraum des Schiffes verschanzte.

Das niederländische Marineschiff Tromp, das sich in der Nähe des Überfallorts befand, versuchte zunächst, mit den Piraten zu verhandeln. Da die Piraten aber entschlossen waren, Widerstand zu leisten, entschloss sich die Einsatzleitung zur gewaltsamen Befreiung des Schiffes. Eine solche Kommandoaktion ist gefährlich und wurde wohl nur deshalb durchgeführt, weil sich die Besatzung in einen Sicherheitsraum flüchten konnte.

Bei Schusswechseln mit den Piraten wurde ein holländischer Marinesoldat verletzt, teilte das Verteidigungsministerium in Den Haag mit. Ein Team der niederländischen Fregatte seilte sich auf das Containerschiff ab. Bei dem Einsatz wurden zehn Piraten festgenommen. Die 15-köpfige Mannschaft der Taipan, unter ihnen zwei Deutsche, blieb unverletzt.

Erst am Osterwochenende hatten somalische Piraten im Indischen Ozean einen südkoreanischen Öltanker gekapert. Ein Kriegsschiff der südkoreanischen Marine hat Medienberichten zufolge die Verfolgung des Schiffes aufgenommen.