Thailands Regierung will Tausende Regierungsgegner aushungern, die seit Mitte März in Bangkok demonstrieren. Sie wollte um Mitternacht Essenslieferungen, Strom- und Wasserversorgung zu dem Geschäftsviertel abschneiden, wenn die Proteste nicht friedlich aufgegeben würden, sagte der Chef der Einsatzleitung, Sansern Kaewkamnerd. Auch der Handy-Empfang in dem Viertel soll unterbunden werden. Das Oppositionsbündnis UDD blieb ungerührt. Auf dem besetzten Gelände gebe es seit Langem eigene Generatoren, hieß es.

Das Bündnis hatte diese Woche eigentlich das Kompromissangebot des Regierungschefs zur Lösung der Krise angenommen . Es sieht unter anderem vorgezogene Neuwahlen im November vor. Doch bestehen die sogenannten Rothemden nun darauf, dass sich der stellvertretende Regierungschef der Polizei stellt, weil er für einen blutigen Einsatz der Sicherheitskräfte am 10. April verantwortlich war. Der hatte sich am Dienstag durch eine Ermittlungseinheit des Justizministeriums verhören lassen, doch genügte dem Bündnis das nicht. Den 24 ranghöchsten Anführern der UDD drohen Festnahmen, wenn sie das besetzte Viertel verlassen.

Die Rothemden demonstrieren gegen Regierungschef Abhisit Vejjajiva. Dieser hat sein Amt nicht an der Wahlurne, sondern im Parlament mit Stimmen von Überläufern der Vorgängerregierung gewonnen. Hinter ihm stehen aber das Militär, die Monarchisten und die alt eingesessenen Bangkoker Eliten.

Die meisten Regierungsgegner sind Anhänger des 2006 unter Korruptionsvorwürfen gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Der hatte sich die Loyalität der armen Massen mit günstiger Krankenversicherung und Kleinkrediten gesichert. Die einflussreichen Schichten sahen ihren Einfluss schwinden.