Suu Kyis Nationalliga für Demokratie (NLD) bekräftigte, dass sie sich nicht in letzter Minute für die bevorstehenden Wahlen registriert. Die Frist dafür läuft an diesem Donnerstag ab. Nach dem Parteiengesetz der Militärjunta sind alle nicht registrierten Parteien mit sofortiger Wirkung illegal. "Dies wird der letzte Tag für uns sein", sagte Win Tin, Mitglied der NLD-Führungsriege. Der 81-Jährige war einer der am längsten eingekerkerten politischen Gefangenen. Er wurde im Herbst 2008 nach 19 Jahren Haft freigelassen.

Suu Kyi ist Generalsekretärin der NLD. Sie hat sich gegen die Wahlbeteiligung ausgesprochen, weil die Regierung zuvor ihren Ausschluss aus der Partei verlangt hatte. Nach einem Dekret dürfen Gefangene in keiner Partei aktiv sein. Die 64-Jährige steht seit Jahren unter Hausarrest. Suu Kyi hatte gegen das Dekret geklagt, doch weigerte sich das Oberste Gericht am Mittwoch, den Fall anzunehmen.

Die NLD hatte bei den letzten Wahlen 1990 gut 80 Prozent der Parlamentssitze gewonnen. Die Junta ignorierte das Ergebnis. Sie kündigte einen neuen Wahlgang in diesem Jahr an. Das Militär behält sich 25 Prozent der Parlamentssitze und Schlüsselpositionen in der Regierung vor. Ein Wahltermin steht noch nicht fest.