Chinas Propagandaministerium ist während der Expo besonders aktiv, um das Land in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen. Ein vermeintliches Mittel dies zu erreichen: Die Propaganda-Experten versuchen, Journalisten davon abzuhalten, eigene Berichte über die Expo zu schreiben. Dies beklagt die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen . Journalisten sollen über "Aktivitäten hoher staatlicher Behörden während der Expo" Berichte der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua oder anderer staatlicher Medien übernehmen, heißt es in entsprechenden Vorschriften des Ministeriums. Das Befragen von Politikern bei Besuchen auf der Expo sei für Journalisten, die für nichtstaatliche Medien arbeiten, außerdem verboten.

Auch andere Themen der Berichterstattung kontrolliert China während der Expo verstärkt. So ordneten die Behörden an, über das Erdbeben in der tibetischen Provinz Qinghai Mitte April dürfe nur wenig nach außen dringen. Auch durften Journalisten nicht ausführlich über die jüngsten Angriffe von Gewalttätern auf Schulen und Kindergärten und den Besuch des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-Il in China Anfang Mai berichten.

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen hat die chinesische Regierung in den vergangenen Wochen mindestens zehn Journalisten kurzzeitig festnehmen lassen. Insgesamt sind nach Angaben der Organisation mindestens 106 Journalisten und Blogger in China inhaftiert.

Die Expo findet seit dem ersten Mai in der Millionen-Metropole Shanghai statt, sie dauert noch bis zum 31. Oktober. China erwartet 70 Millionen Besucher. Auch 3,5 Millionen Menschen aus dem Ausland sind für die größte Weltausstellung aller Zeiten angekündigt.