Der iranische Botschafter in Moskau, Mahmud Resa Sadschadi, sagte der Nachrichtenagentur Interfax, neue Sanktionen deuteten auf "böse Absichten" der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands hin. In diesem Fall müsse die mit der Türkei und Brasilien getroffene Vereinbarung revidiert werden.

Darin hatte Iran zugestimmt, einen Teil seines angereicherten Urans zur Verarbeitung in die Türkei zu bringen und im Gegenzug Brennelemente für einen Forschungsreaktor zu bekommen.

Die UN-Vetomächte und Deutschland hatten sich zuletzt auf einen Resolutionsentwurf für neue Sanktionen gegen die Islamische Republik verständigt. Die Staatengemeinschaft wirft Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung nach Atomwaffen zu streben. Die Führung in Teheran bestreitet das.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die jüngsten Vorschläge Irans reichten nicht aus, um die internationalen Bedenken zu beseitigen. Nach Gesprächen mit der chinesischen Regierung sprach Clinton in Peking von "produktiven Diskussionen" über Details des vereinbarten Entwurfes für eine neue UN-Resolution gegen Teheran. Den jüngsten iranischen Atomdeal kritisierte sie als "durchsichtigen Trick", um Maßnahmen des Weltsicherheitsrats zu vermeiden.

China als eine der fünf Vetomächte hatte sich zunächst gegen schärfere Sanktionen ausgesprochen. Später zeigte die Regierung in Peking jedoch offen dafür.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete das iranische Uran-Angebot als einen ersten Schritt, der das Kernproblem der internationalen Zweifel an der ausschließlich zivilen Nutzung der Atomkraft in Iran noch nicht löse. "Wir brauchen vollständige Transparenz über das iranische Atomprogramm", verlangte er.