Israels Regierung hat die Pläne der UN-Abrüstungskonferenz kritisiert, den Nahen Osten zu einer atomwaffenfreien Zone zu machen. Die Vorschläge seien "voller Fehler und heuchlerisch", hieß es in einer Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Erstmals seit zehn Jahren verständigten sich die 189 Mitgliedstaaten des Atomwaffensperrvertrags auf nukleare Abrüstungsschritte. In der israelischen Erklärung, die während eines Besuchs von Netanjahu in Toronto veröffentlicht wurde, hieß es, die Abschlusserklärung von New York ignoriere "die Realitäten im Nahen Osten und die wahren Bedrohungen der Region sowie der gesamten Welt".

Israel hat den Besitz von Kernwaffen weder bestätigt noch dementiert. Als einziger Staat im Nahen Osten hat Israel den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Das Abkommen soll sicherstellen, dass Nuklearwaffen nicht verbreitet werden, und fordert die Atommächte zur Abrüstung auf.

Im Gegensatz zu Israel wird der Iran in der Erklärung nicht explizit erwähnt, was auch die USA bemängelten. Dennoch unterzeichnete die US-Regierung das umstrittene Dokument, das auch eine internationale Konferenz zur Errichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten in zwei Jahren vorsieht.

Wenige Stunden später distanzierte sich aber Obama persönlich von dem Dokument.

"Wir lehnen es entschieden ab, Israel zu isolieren, und werden es nicht zulassen, dass Israels Nationale Sicherheit in Gefahr gerät", teilte Obama mit. Sein Sicherheitsberater Jim Jones nannte es bedauerlich, dass in der Abschlusserklärung nicht auch der Iran erwähnt wurde. Schließlich sei die Regierung in Teheran bei den Bemühungen zur Verringerung von Nuklearwaffen die "größte Bedrohung" im Nahen Osten. Die USA hatten sich lange gegen die explizite Erwähnung Israels gesträubt. Am Ende gab die US-Chefunterhändlerin Ellen Tauscher aber ihren Widerstand auf, um ein Scheitern der Konferenz zu verhindern.