Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet, die nordkoreanische Armee habe ein Sicherheitsabkommen mit Südkorea zur Verhinderung bewaffneter Zusammenstöße zwischen beiden Ländern aufgekündigt. In einer Botschaft an die südkoreanische Armeeführung habe Nordkoreas Generalstabschef zudem mit einem sofortigen Angriff gedroht, falls Südkorea die Grenze im Gelben Meer verletze.

Die südkoreanische Marine hat ein Seemanöver abgehalten und damit im Konflikt mit Nordkorea militärische Stärke demonstriert. Die Übungen zur U-Boot-Abwehr fanden am Donnerstag allerdings weitab von der innerkoreanischen Seegrenze vor der Westküste statt, wo das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan vor zwei Monaten gesunken war. Südkorea macht Nordkorea für den Schiffsuntergang verantwortlich, bei dem 46 Marinesoldaten getötet worden waren. An dem eintägigen Seemanöver vor der rund 150 Kilometer südwestlich von Seoul gelegenen Küstenstadt Taenan beteiligten sich zehn Kriegsschiffe, darunter ein 3000-Tonnen-Zerstörer, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Es sollten Wasserbomben und Marinegeschütze getestet werden.

Unter Berufung auf offizielle Vertreter meldete Yonhap, dass die südkoreanische Armee und die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden seien. Zudem sei die Überwachung des kommunistischen Nordens durch Satelliten und Aufklärungsflugzeuge verstärkt worden.

Die Krise zwischen den beiden koreanischen Staaten hat sich seit der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zu dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes Cheonan massiv verschärft. Internationale Ermittler waren in der vergangenen Woche zu dem Schluss gekommen, dass beim Untergang des Schiffes am 26. März im Gelben Meer alles auf einen nordkoreanischen Torpedoangriff hinweise. Bei dem Unglück waren 46 Menschen ums Leben gekommen. Nordkorea bestreitet, die Korvette versenkt zu haben und drohte im Fall von Sanktionen mit "harten Maßnahmen, bis zum Krieg". Nach Angaben nordkoreanischer Dissidenten versetzte auch Machthaber Kim Jong Il seine Truppen bereits in Alarmbereitschaft.