Präsident Barack Obama wird laut New York Times noch am Donnerstag ein Moratorium bis zum Jahresende verkünden. So lange sollen alle Vorbereitungen für Tiefseebohrungen nach Öl vor amerikanischen Atlantik- und Pazifik-Küsten ausgesetzt werden.

Erst Ende März hatte Obama für große Teile der Küsten Bohrungen nach Öl und Gas genehmigt . Damit wollte er sich politische Zustimmung aus dem Lager der Republikaner für seine Energie- und Klimapolitik sichern, und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern. Allerdings hat er damit Umweltschützer gegen sich aufgebracht, die sich jetzt durch die Ölpest am Golf von Mexiko bestätigt sehen.

Der Ölkonzern Shell hatte darauf gehofft, im Sommer mit Bohrungen im Arktischen Ozean beginnen zu können. Die würden durch das Moratorium verhindert. Für Probebohrungen in der Chukchi- und Beaufort-See hat Shell bereits vorläufige Genehmigungen erhalten. Umweltschützer wehren sich gegen Bohrungen, weil die Umwelt in dieser Region als besonders sensibel gilt. Schon eine kleine Ölpest wäre wegen des Eises, harschem Wetters und mangelnder Infrastruktur kaum zu bekämpfen.

Obamas Entscheidung ist aber trotz der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko umstritten: Der demokratische Senator von Alaska, Mark Begich, befürwortet die Bohrungen. Durch einen Stopp sieht er wirtschaftliche Interessen bedroht. Er klagte über Verzögerungen und höhere Kosten bei dem Versuch, den Energiebedarf der USA stärker aus eigenen Quellen zu decken. Das Moratorium würde das Land zwingen "mehr Dollars zu exportieren und Öl aus unfreundlichen Orten zu importieren und damit die Wirtschaft und der nationalen Sicherheit schaden".