Generalmajor Khattiya Sawasdipol, auch Seh Daeng genannt, starb nach thailändischen Medienberichten an seiner Kopfverletzung. Khattiya war vor wenigen Tagen beim Interview mit ausländischen Journalisten in den Kopf geschossen worden. Die Rothemden beschuldigen die Regierung, Sawasdipol gezielt getötet zu haben.

In den jüngsten Unruhen zwischen Sicherheitskräften und oppositionellen Demonstranten sind mittlerweile zwischen 34 und 36 Menschen ums Leben gekommen, die Zahl der Verletzten liegt nach unterschiedlichen Angaben zwischen 244 und 341. Seit Beginn der Proteste gegen die Regierung Mitte März starben etwa 60 Menschen.

Das Geschäftsviertel im Zentrum Bangkoks halten noch immer mindestens 5000 regierungsfeindliche Demonstranten besetzt. Ganze Straßenzüge im Zentrum der 15-Millionen-Metropole gleichen mittlerweile einer Kriegszone.

Die Rothemden , Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, verlangen den Rücktritt der Regierung. Das von der Regierung von Premierminister Abhisit Vejjajiva ausgesprochene Angebot von Neuwahlen im kommenden November nahmen sie vergangene Woche zwar an, doch brachten sie die greifbar nahe Lösung schließlich mit immer neuen Forderungen zum Scheitern.

Eine neue Forderung der Rothemden nach Verhandlungen unter Aufsicht der Vereinten Nationen lehnte die Regierung ab. Thailand könne seine Probleme selbst lösen, sagte ein Sprecher. Das Oppositionsbündnis UDD hatte einen Waffenstillstand verlangt, den Abzug der Armee, und dass die Regierung die Militanten unter den Rothemden nicht als Terroristen abstempelt. Dann seien sie im Beisein von UN-Diplomaten zu Gesprächen bereit, sagte Anführer Nattawut Saikua.

Besonders heftige Auseinandersetzungen gab es in und um das Luxus-Hotel Dusit Thani im Stadtteil Silom. Ein Augenzeuge schilderte heftige Schusswechsel. Feuer beschädigte die Lobby des Hotels, die Hotel-Gäste verbrachten zu ihrem Schutz die Nacht im Keller des Gebäudes.