Eine Israelin als Ehefrau zu haben, kann in Ägypten zum Verlust der Staatsbürgerschaft führen. Mit einem entsprechenden Urteil sorgt der Oberste Verwaltungsgerichtshof für Aufsehen im Nahen Osten. Die Richter haben das Innenministerium angewiesen, entsprechende Maßnahmen zu erlassen.

So soll Männern, die mit jüdischen Israelinnen verheiratet sind, der ägyptische Pass abgenommen werden. Auch Kindern aus solchen Mischehen soll die Staatsbürgerschaft aberkannt werden. Von der Neuregelung ausgeschlossen sind laut Urteilsspruch indes Ehen von ägyptischen Männern mit israelischen Frauen arabischer Abstammung.

Richter Mohammed el Husseini bestätigte damit einen im vergangenen Jahr gefällten Beschluss der Vorinstanz. Mit dem Urteil trage das Gericht der "nationalen Sicherheit" Rechnung, sagte er ohne nähere Erläuterung.

Der Anwalt Nabil el Wahsch hatte die Angelegenheit vor Gericht gebracht. Er habe sich dafür einsetzen wollen, dass das Gesetz vor einer Hochzeit mit einer "als zionistisch angesehenen Person" warne. Es dürfe durch solche Ehen keine Generation entstehen, die dem ägyptischen Staat und der arabischen Welt nicht loyal gegenüberstehe.

Sowohl das Innen- als auch das Außenministerium wollten das verhindern, konnten sich aber nicht durchsetzen. Sie hatten Berufung eingelegt, da ihrer Meinung nach die Entscheidung über solch eine Regelung dem Parlament obliegt.

Schätzungen zufolge sind rund 30.000 Ägypter mit Israelinnen verheiratet, davon jeder zehnte mit einer Frau arabischer Abstammung. Tausende Ägypter, die während des Golfkriegs 1990 den Irak verließen und auf Arbeitssuche nach Israel gingen, haben dort geheiratet.

Ägypten war das erste arabische Land, das 1979 Frieden mit Israel schloss . Dennoch sorgen die Beziehungen zwischen beiden Ländern in der ägyptischen Gesellschaft immer wieder für Spannungen.