Wie die New York Times berichtet , sollen private afghanische Sicherheitsleute aufständische Taliban nicht nur für freies Geleit im unwegsamen Hinterland bezahlen. Sie sollen vielmehr auch Attacken auf ausländische Versorgungskonvois in Auftrag geben – um die Gegend unsicherer zu machen und sich somit Aufträge zu sichern.

Der Zeitungsbericht dokumentiert einen neueren Fall: Mitte Mai kündigte die Nato demnach die Zusammenarbeit mit den beiden größten privaten Sicherheitsfirmen Afghanistans, Watan Risk Management und Compass Security weil es eine Reihe von "blutigen Zusammenstößen mit afghanischen Zivilisten" gegeben habe.

Am gleichen Tag noch wurde ein Versorgungskonvoi der Nato angegriffen, ein afghanischer Fahrer und ein afghanischer Soldat starben. In den kommenden Wochen blieben Tausend weitere Lastwagen auf der Straße zwischen Kabul und Kandahar liegen. Nun habe die afghanische Regierung die beiden Sicherheitsfirmen wieder engagiert.

Watan-Geschäftsführer Rashid Popal bestritt zwar, dass die Angriffe mit den Taliban abgesprochen waren, um sein Geschäft zu retten. Aber die Ermittler in Washington sind skeptisch. Der Gouverneur der Provinz Wardak, Mohammed Halim Fedai, sagte, die Firma Watan jedenfalls werde weniger oft angegriffen als andere Sicherheitsdienstleister. Ein afghanischer Offizieller, der anonym bleiben wollte, betonte: "Watans Leute könnten die Attacke selbst initiiert haben."