Die irische Regierung hat Israel vor einem Militäreinsatz gegen ein weiteres Schiff mit Gütern für den Gaza-Streifen gewarnt. "Wir haben gegenüber der israelischen Regierung wiederholt deutlich gemacht, dass wir höchste Zurückhaltung erwarten und dass wir kein Abfangmanöver in internationalen Gewässern wollen", sagte der irische Außenminister Micheal Martin. Es dürfe auf gar keinen Fall eine Wiederholung der Vorfälle von Beginn der Woche geben. Der irische Ministerpräsident Brian Cowen sagte, es sollte dem Schiff erlaubt werden, seinen Einsatz zu beenden.

Bei der Erstürmung einer Flotte mit Gütern für den abgeriegelten Gaza-Streifen waren am vergangenen Montag mindestens neun Aktivisten getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden. Zuvor hatten Besatzungsmitglieder nach israelischen Angaben die Soldaten angegriffen.

Ungeachtet des Militäreinsatzes hält ein irisches Schiff, MV Rachel Corrie , mit weiteren Hilfsgütern Kurs in die Region. "Wir sind entschlossener denn je, unsere Mission fortzusetzen", sagte das Besatzungsmitglied Derek Graham. Er rechne damit, dass das Schiff am Freitagabend oder Samstagmorgen die Stelle erreichen werde, an der am Montag das israelische Militär den Konvoi aufgebracht hatte.

Israel hat angekündigt, auch dieses Schiff zu stoppen. Die israelischen Behörden haben jedoch angeboten, die MV Rachel Corrie zu eskortieren und die zivilen Hilfsgüter zu übergeben. Auch Ägypten sei dazu bereit. Das Besatzungsmitglied Derek Graham zeigte sich jedoch besorgt, dass nicht alle Güter an die Palästinenser ausgeliefert würden. So untersagt Israel die Einführung von Zement in den von ihm abgeriegelten Gaza-Streifen.



"Ich wiederhole meine dringende Aufforderung an die israelische Regierung, dem Schiff, das sich in irischem Besitz befindet und noch immer Richtung Gaza fährt, eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten", sagte Außenminister Martin. Es sei "zwingend erforderlich", dass es kein weiteres Blutvergießen und keine neuen Konfrontationen gebe.