Aufständische haben in einem Vorort der pakistanischen Hauptstadt Islamabad einen Konvoi mit Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan angegriffen und dabei mindestens 140 Fahrzeuge zerstört. Wie die Polizei mitteilte, attackierten mehr als zehn bewaffnete Extremisten auf Motorrädern am Vorabend einen Rastplatz, wo sie das Feuer auf parkende Lastwagen eröffneten.

Etwa 60 Trucks mit 80 Nato-Militärfahrzeuge auf den Ladenflächen seien ausgebrannt. Den Angaben zufolge wurden zudem sieben Fahrer erschossen oder in den Flammen getötet. Die Feuerwehr brauchte Stunden, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen.

Es war das erste Mal, dass Taliban einen Nato-Konvoi in unmittelbarer Nähe von Islamabad angriffen. Bisher wurden die Überfälle auf den Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan überwiegend im Nordwesten Afghanistans verübt. Die Route von der südlichen Hafenstadt Karachi durch Zentralpakistan zum Grenzübergang am Khyber-Pass ist eine der wichtigsten Nachschub-Verbindungen für die internationalen Truppen in Afghanistan.

Radikal-islamische Taliban haben bereits häufig Konvois angegriffen, die die US-geführten Truppen in Afghanistan versorgen sollen. Das US-Militär schickt drei Viertel seines Nachschubs für den Einsatz in Afghanistan über das Nachbarland Pakistan. Darunter sind auch 40 Prozent des Treibstoffes für die Truppen.

Die Angriffe vor allem in der Khyber-Region zwingen die Nato, nach Alternativrouten für ihren Nachschub zu suchen. Sie zeigen auch, dass die Unsicherheit in Pakistan immer größer wird. Im ganzen Land haben Taliban bereits zahlreiche Selbstmord- und Bombenattentate verübt.