Nach Informationen der Financial Times Deutschland ( FTD ) bereiten sich die Euro-Staaten auf finanzielle Nothilfe für Spanien vor. Aus dem Rettungsschirm für Griechenland soll das Land Hilfe erhalten. Diese wäre notwendig, wenn sich die Probleme im Bankensektor in Spanien verschärfen. Vor allem die von Insolvenz bedrohten spanischen Sparkassen, aber auch andere Banken sollen mit dem Geld gestützt werden, falls das Land die Lage nicht allein regulieren kann. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten einem Rettungsschirm für Griechenland in Höhe von 750 Milliarden Euro zugestimmt.

Man könne sich "natürlich auch vorstellen, über die 750 Milliarden Euro hinauszugehen", sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Berlin nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Für den Bedarf des Schutzes gebe es aktuell aber keine Anzeichen.

Die Lage in Spanien stellt sich allerdings anders dar als in Griechenland. Während die Griechen eine Stütze wegen ihres hohen Staatsdefizits benötigten, leidet Spanien an der Überschuldung seiner Bürger. Durch das Platzen der Immobilienblase waren viele Banken Kreditausfällen ausgesetzt. Davon waren vor allem die spanischen Sparkassen betroffen. Mehrere Institute mussten gerettet werden. Mit einer Erholung ist derzeit nicht zu rechnen.

Erst Ende Mai hatte die Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit des Landes um eine Note herabgesetzt . Vor der Krise hatte Spanien noch die Bestnote AAA erhalten. Neben Portugal gilt das Land als finanzpolitischer Wackelkandidat in der Euro-Zone. Derzeit gebe es nach Angaben der EU-Kommission noch keine Informationen über einen spanischen Hilfsantrag. Nach FTD -Informationen geht es eher um ein Szenario für die nächsten Monate.

Derweil hat sich Spanien zu FTD-Artikel positioniert. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte: "Es gibt keine Rettungsaktion. Es ist weder etwas angefragt worden, noch wird dies geschehen." Auch die EU-Kommission bezog Stellung. Diese stelle sich nicht darauf ein, Hilfe für Spanien zu planen. "Wir bereiten nichts vor. Das sind Spekulationen", sagte ein Sprecher der Kommission zu dem Bericht.

An den Finanzmärkten spielte der Bericht keine Rolle. Erst am Donnerstag war das Land bei einer Anleihen-Emission auf eine gute Nachfrage gestoßen. Es nahm 3,9 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren am Markt auf.