Späte Gerechtigkeit für die Opfer: Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat Vujadin Popovic und Ljubisa Beara, zwei ehemalige bosnisch-serbische Offiziere, wegen des Massakers von Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht verhängte damit die Höchststrafe gegen die 53 und 70 Jahre alten Männer. "Die einzige Strafe, die es dafür geben kann, ist lebenslang", sagte der Vorsitzende Richter Carmel Agius. Fünf weitere Angeklagte, vier ehemalige Armeeangehörige und ein ehemaliger Polizist, erhielten Freiheitsstrafen zwischen 5 und 35 Jahren.

Die Anklage hatte lebenslange Haftstrafen für alle sieben Beschuldigten gefordert, von denen sich fünf wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor dem UN-Tribunal verantworten mussten. Der Prozess hatte im Juli 2006 begonnen und war der bisher größte des UN-Tribunals zur Ahndung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. 315 Zeugen wurden vernommen.

Bosnisch-serbische Milizen hatten in der UN-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995, wenige Monate vor dem Ende des Bosnien-Krieges, mehr als 8000 Muslime verschleppt und getötet. Das Massaker von Srebrenica war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.