Bei einem offensichtlich besonders perfiden Selbstmordanschlag im Irak sind mindestens 43 Menschen getötet worden. Weitere 40 Personen wurden laut den irakischen Innen- und Verteidigungsministerien verletzt. Nach unbestätigten Berichten setzten die Terroristen zwei Selbstmordattentäter mit Down-Syndrom ein.

Einer der Attentäter habe sich am Morgen vor dem Haupteingang der Militärbasis in Radwanija in die Luft gesprengt. Zu dem Zeitpunkt seien dort Mitglieder der sunnitischen Sahwa-Miliz versammelt gewesen, um sich ihren Lohn auszahlen zu lassen. Insgesamt standen 85 Menschen in der Schlange, berichtet die BBC .

Die Sahwa-Kämpfer gehörten einem sogenannten Erweckungsrat an. Diese unterstützen die Regierung in Bagdad im Kampf gegen al-Qaida-Terroristen, um im Irak wieder Sicherheit und Ordnung herzustellen. Unter den Toten soll sich auch der örtliche Anführer der Miliz befinden. Früher waren die Sahwa-Milizen mit al-Qaida verbündet, seit 2006 bekämpfen sie die Terroristen jedoch.

Seitdem wurden sie immer wieder Opfer von Attentaten und Angriffen. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Berichte gegeben, dass Terroristen geistig behinderte Menschen mit Sprengstoffgürteln in den Tod schicken, jedoch hatte es noch keine Hinweise auf Selbstmordattentäter mit Down-Syndrom gegeben.

Der Irak befindet sich weiterhin in einer politischen Sackgasse. Seit den Wahlen im März ist es nicht gelungen, eine Regierung zu bilden. Radikale Gruppen versuchen das Land mit Anschlägen zu destabilisieren.