In der nordirischen Hauptstadt Belfast hat es in der Nacht zum Mittwoch zum dritten Mal in Folge Ausschreitungen gegeben. Gewaltbereite Demonstranten aus katholischen Vierteln bewarfen die Polizei mit Molotow-Cocktails, Rohrbomben, Steinen und Flaschen. Auch einige Schüsse wurden abgefeuert, berichtete die BBC. Insgesamt seien bei den Ausschreitungen der vergangenen Nächte mehr als 80 Polizisten verletzt worden.  

Eine Hundertschaft der Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Politiker der katholischen pro-irischen Partei Sinn Féin riefen erneut zum sofortigen Ende der Gewalt auf. Sie scheinen aber wenig Einfluss auf die Unruhestifter zu haben. Hohe Polizeibeamte forderten den Chef der nordirischen Regionalregierung, Peter Robinson, und seinen Stellvertreter Martin McGuiness auf, mehr Führung zu zeigen.

Der nordirische Polizeichef Matt Baggott hatte am Dienstag erklärt, dass unter den Gewalttätern diesmal vor allem Jugendliche und sogar einige Kinder von gerade mal acht Jahren gewesen seien. Die Kämpfe seien im Wesentlichen "Freizeit-Randale". Die BBC hingegen zitierte den stellvertretenden Polizeipräsidenten Duncan McCausland mit den Worten, "böse Elemente" hätten die Kinder als menschliche Schutzschilde benutzt.