Der iranische Atomphysiker Schahram Amiri sitzt nach Angaben aus Teheran in einem Flugzeug in Richtung Heimat. "Dank der Bemühungen der Islamischen Republik und der Zusammenarbeit von Pakistans Botschaft in Washington hat Schahram Amiri vor wenigen Minuten das amerikanische Territorium verlassen", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Irna einen Sprecher des Außenministeriums.

Vor seinem Abflug sagte Amiri dem iranischen Sender Press-TV, er werde nach seiner Heimkehr die Umstände seiner Entführung durch US-Agenten ausführlich schildern. Auch die Regierung in Teheran spricht von einer Verschleppung durch den CIA. Die USA hatten das zurückgewiesen. Vielmehr sei Amiri übergelaufen und halte sich "aus freien Stücken" in den Vereinigten Staaten auf. Er könne jederzeit ausreisen. 

Iranischen Angaben zufolge hatte sich der Wissenschaftler am Dienstag in die pakistanische Botschaft in Washington geflüchtet. Sein Fall belastet die ohnehin konfliktträchtigen Beziehungen der USA und Iran zusätzlich.

Der Physiker war vor etwa einem Jahr während einer Pilgerreise in Saudi-Arabien verschwunden. Das iranische Fernsehen sendete im vergangenen Juni ein Video, in dem ein Mann, der sich als Amiri ausgab, beteuerte, der US-Geheimdienst habe ihn gekidnappt.

Wenige Wochen später wurde ein zweites Video veröffentlicht, in dem derselbe Mann schilderte, "aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes" geflohen zu sein und sich im US-Bundesstaat Virginia aufzuhalten. In einem angeblich von der US-Regierung produzierten Film sagte Amiri dagegen, er sei frei und wegen seiner Ausbildung in die USA gekommen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington kündigte an, den Fall juristisch und diplomatisch aufzuarbeiten.