Mithilfe einer kleinen Bank in Deutschland hat die iranische Regierung die im Atomstreit verhängten Sanktionen umgangen. Dies berichtet das Wall Street Journal . Demnach wickelte die in Hamburg ansässige Europäisch-iranische Handelsbank (EIH) Milliarden-Geschäfte für iranische Unternehmen ab, die an den umstrittenen Atom- und Rüstungsprogrammen Teherans beteiligt sind. Zu den Kunden des Geldinstituts gehörten auch die iranischen Revolutionsgarden.

Nach Informationen der Zeitung war die EIH im vergangenen Jahr Teil eines groß angelegten Versuchs der iranischen Führung, an den vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen vorbei Geschäfte zu machen. So habe das Institut unter anderem Überweisungen für die iranische Sepah-Bank ausgeführt, die in Europa und den USA wegen ihrer Rolle bei iranischen Rüstungsdeals auf der schwarzen Liste steht.

Die EIH wurde laut Wall Street Journal 1971 von iranischen Kaufleuten in Hamburg gegründet. Während die Bank in Deutschland offen tätig sei, habe ihr das US-Finanzministerium wegen illegaler Verbindungen mit Iran bereits die Geschäftserlaubnis entzogen.

Teheran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben. Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang Juni deswegen zum vierten Mal Sanktionen gegen das Land verhängt.