US-General David Petraeus hat offiziell das Oberkommando über die Nato-Truppen in Afghanistan übernommen. Während einer Zeremonie im Hauptquartier der Bündnistruppen in Kabul wurde er in das Amt eingeführt. Der Vier-Sterne-General befehligt nun die rund 130.000 ausländischen Soldaten am Hindukusch.

Vor afghanischen Soldaten, Vertretern der Zivilgesellschaft und Diplomaten warb der mit einem Kampfanzug bekleidete Petraeus erneut um einen gemeinsamen Kraftakt gegen radikal-islamische Rebellen. "Wir müssen der al-Qaida und ihrem Netzwerk aus verbündeten Extremisten zeigen, dass sie sich in Afghanistan keine sicheren Zufluchtsorte aufbauen können, von denen sie Angriffe verüben können", sagte er.

Der Krieg gehe in eine "schwierige Phase", zitiert der Nachrichtensender BBC Petraeus . Im Juni wurden in Afghanistan 102 Soldaten getötet, die höchste Zahl an Verlusten seit dem Jahr 2001.

Der General ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt und gilt als erfahren im Umgang mit verfahrenen militärischen Situationen. Petraeus war zuletzt Chef des US-Zentralkommandos, dem die Einsätze der Armee im Nahen Osten und in Zentralasien obliegen. Von 2007 bis 2008 war er Kommandeur des Einsatzes der US-Armee im Irak, den er nach Einschätzung vieler Politiker in Washington durch einen Strategiewechsel vor dem Scheitern bewahrte.

Patraeus versprach, die gleiche Taktik zur Anwendung zu bringen, die schon im Irak erfolgreich war. Auch wolle er die Anwendung der neuen militärischen Verhaltensregeln für Kampfeinsätze überprüfen . Diese sind darauf ausgelegt, zivile Opfer zu vermeiden.

Petraeus bekräftigte laut BBC , dass es sich in Afghanistan um einen "Wettkampf des Willens" handele und die Nato-Truppen in diesem nicht zurückweichen werden. Dennoch warnte er, dass sich die Lage erst verschlechtern könnte , bevor deutliche Verbesserungen sichtbar würden.